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Casino Luxembourg

Ausstellungen

Edith Dekyndt, The Soul Collector, 2011. Vidéo. Galerie VidalCuglietta, Bruxelles. © Andres Lejona.

1.10.2011 — 8.1.2012

Found in Translation, Chapter L

künstler: Lara Almarcegui, Juan Arata, Wojciech Bakowski, Pierre Bismuth, Aline Bouvy & John Gillis, Lucia Bru, Liudvikas Buklys, B-1010 be-DIX_TIEN, Francisco Camacho, Ludovic Chemarin ©, Koenraad Dedobbeleer, Edith Dekyndt, Simona Denicolai & Ivo Provoost, Agnès Geoffray, gerlach en koop, Jos de Gruyter & Harald Thys, Sofie Haesaerts, Saskia Holmkvist, Hedwig Houben, Ann Veronica Janssens, Eleni Kamma, Ermias Kifleyesus, Gabriel Kuri, Adrien Gary Lucca, Jani Ruscica, Robert Suermondt, Simon Starling, Pieter Vermeersch, VVORK, Freek Wambacq
kurator(en): Emmanuel Lambion

Als antonymisch gewendetes Zitat der bekannten englischen Redewendung „lost in translation" ist der Ausstellungstitel ein Spiel mit der Vieldeutigkeit des englischen Begriffes „translation", der im Deutschen unter anderem „Übersetzung", „Übertragung", „Verschiebung" oder auch „Umsetzung" bedeuten kann. Die Gemeinsamkeit dieser „Übersetzungen" liegt im etymologischen Ursprung des Begriffs „translation", der im Lateinischen das (Hin-) überbringen von etwas, jemandem oder auch sich selbst (abgeleitet von lat. transfero, translatum) bezeichnet. So wird das Konzept der Translation im Rahmen der Ausstellung jenseits seiner strengen semantischen Grenzen in einem weiteren, metaphorischen Sinne aufgegriffen - als bewusste subtile Neuverortung eines Individuums, Zeichens, einer Praxis, einer Disziplin oder eines Wissensgebietes, mit der sich neue Perspektiven für Untersuchung, Erforschung, Übertragung und Wahrnehmung bieten. 

Die schlichte Verschiebung einer Perspektive oder die Übertragung von einem vertrauten in einen neuen Kontext impliziert gemeinhin eine veränderte Wahrnehmung und damit ein Hinterfragen von Normen, Codes und Sprache, von bewährten Praktiken.

Dieses Phänomen, so glauben wir, macht den Ansatz der Gegenwartskunst deutlich und ist charakteristisch für ihre Praktiken und Versuchsanordnungen - und das nicht nur für eine bestimmte Künstlergeneration: Wir befinden uns in einer Zeit, da der Sinn sich in die Zwischenräume fügt. Es ist, als ließen die Künstler den Sinn ihrer Arbeiten in den subtilen, aber so bedeutsamen Raum fließen, der sich durch eine Art „Translation" - sei es Verkehrung, Zitat (verfremdet oder nicht), Wiederaneignung oder schlichte Verschiebung eines Werkparameters - öffnet. Diese Translation kann sich im Schaffensprozess vollziehen oder die Form der Präsentation, der Vermittlung oder auch der Rezeption des Werkes betreffen.

In der Ausstellung erfolgt damit keine Einschränkung durch eine schlichte „linguistische" Annäherung an den Begriff, sondern sie entwickelt sich entlang der multiplen Interpretationsachsen des Konzepts: Techniken, Disziplinen, institutioneller Kontext, Medien, Trägermaterialien, Codes und Sprache werden unmittelbar oder indirekt nacheinander durch die Werke der eingeladenen Künstler hinterfragt.

Found in Translation, Chapter L ist der dritte Teil eines kuratorischen Konzepts, das Emmanuel Lambion seit Januar 2010 verfolgt. Jedes Kapitel ist mit einem Indexbuchstaben versehen, wobei die Ordnung eher assoziativ als alphabetisch erfolgt, und fügt sich in einen Gesamtzyklus ein, der sich der vielgestaltigen Fragestellung in spezifischen Formen unter Berücksichtigung von Kontexten, Orten und Formaten nähert.

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Partner

Die Ausstellung wurde dank der großzügigen Unterstützung von der Mondriaan Stichting und der Fédération Wallonie-Bruxelles realisiert.

Bilder

Edith Dekyndt, The Soul Collector, 2011. Vidéo. Galerie VidalCuglietta, Bruxelles. © Andres Lejona.

Pieter Vermeersch, Zelfportret met bloemenhoed, James Ensor, 2010. Dyptique, acrylique sur tirage Lambda, acrylique sur MDF. Collection privée. © Andres Lejona.