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Casino Luxembourg

Conférence

Wim Delvoye, Cloaca N° 5 (détail), 2006. © Wim Delvoye.

18.12.2007 Les Mardis de l’Art

Les Mardis de l'Art - Ostentatio excrementorum. Historische Anmerkungen zu Cloaca von Wim Delvoye

Vortag mit Michael Glasmeier

Der Vortrag unternimmt eine historische Reise in die Kunstgeschichte der Verdauung und die Kulturgeschichte der maschinellen Imitationen. Im Zentrum stehen einerseits die barocken Überlegungen seit Descartes und vor allem La Mettries, den Menschen als eine Maschine zu begreifen. Dieses Nachdenken führt zu den zahlreichen praktischen Automatenversuchen seit Mitte des 18. Jahrhunderts, aus den die scheißende Ente von Jacques de Vaucanson herausragt, weil sie als ein direkter Vorläufer von Cloaca verstanden werden könnte. Anderseits gilt es auch die alchimistische Seite der Verdauungsapparatur Delvoyes zu berücksichtigen und damit die Position des Künstlers vom Manierismus bis hin zu Piero Manzoni. Ziel des Vortrags ist es, den Denkraum von Cloaca in möglichst vièle historische Richtungen zu erweitern.

Michael Glasmeier ist literarischer und wissenschaftlicher Autor, Herausgeber, Ausstellungsorganisator und Professor für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Künste Bremen. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte und zur Theorie und Praxis zeitgenössischer Kunst herausgebracht. Er ist Ko-Kurator von Ausstellungen u.a. zum 50jährigen Jubiläum der Documenta in Kassel (2005), zu den Themen Tableaux vivants (2002), Barock und zeitgenössische Kunst (2001), Samuel Beckett und Bruce Nauman (2000), Kriminalität und Kunst (1999), Künstlerbücher (1994), Künstlerschallplatten (1989) und visuelle Poesie (1987). Michael Glasmeier lebt in Braunschweig und Bremen.

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Wim Delvoye, Cloaca N° 5 (détail), 2006. © Wim Delvoye.