fr | de | en

Casino Luxembourg

Ausstellungen

L.A. Raeven, Ideal Individuals, vue de l'exposition. © David Laurent.

L.A. Raeven, Liesbeth & Angelique Raeven © David Laurent

L.A. Raeven, Mindless Living, 2005. Vidéo sur écran intégré  à un fauteuil. Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam. © Andres Lejona.

28.1 — 22.4.2012

L.A. Raeven – Ideal Individuals

künstler: L.A. Raeven
kurator(en): Kevin Muhlen

Hinter dem seit 1999 bestehenden niederländischen Künstlerduo L.A. Raeven verbergen sich die Zwillingsschwestern Liesbeth und Angelique Raeven (geb. 1971 im niederländischen Heerlen, leben und arbeiten in Amsterdam). In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigen sie sich mit dem Begriff des „idealen Individuums", den sie mit ihren Videos, Zeichnungen, Installationen und Performances einer eingehenden Analyse unterziehen. Sie hinterfragen die Bedeutung des Körpers und seines Bildes in der westlichen Gesellschaft sowie die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Zwänge. Dem Diktat von Mode und Medien begegnen sie mit harscher Kritik. Sie fechten traditionelle Darstellungen weiblicher Schönheit an, indem sie die Codes eben dieser Gesellschaft in ihre Werke mit einbeziehen, um sie zu entlarven und deutlicher sichtbar zu machen. Daraus entwickelt sich eine Auseinandersetzung mit Fragestellungen, die sich aus dem Bild des idealen Körpers und seiner gesellschaftlichen Konstruktion innerhalb verschiedener kultureller und historischer Kontexte ergeben.

2001 präsentierten L.A. Raeven erstmals eine Videoinstallation (Wild Zone 1), für die sie sich in einem komplexen, durch den von Deleuze geprägten Begriff des „social outsider" inspirierten Selbstporträt inszenierten. Ostentativ stellen sie ihre mageren, blassen, seit ihrer Jugend von Essstörungen gezeichneten Körper zur Schau und verweisen damit nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die zeitgenössische Gesellschaft. Dort, wo die Modeindustrie extreme Schlankheit einfordert, gerät das „ideale Individuum" als Vorbild gerade für junge Mädchen zur Gefahr für die Gesundheit. Das verstörende und bewusst provokante Video stieß auf massive Kritik - was einmal mehr deutlich macht, wie sehr die Werke von L.A. Raeven den Zeitgeist berühren. Sie selbst bezeichnen ihre Arbeit unverblümt als „ästhetischen Terrorismus".

Ebenfalls autobiografisch motiviert ist die Beschäftigung mit dem „Zwillingsein" und der symbiotischen Beziehung, die die beiden Schwestern eint oder verschmelzen lässt. Zwischen der Liebe und Abhängigkeit, die sie verbindet, erweisen sich die Suche nach der eigenen Identität und das Streben nach Abgrenzung bisweilen als schmerzhaft. Ihre gemeinsame künstlerische Praxis unter dem Namen L.A. Raeven ist gleichzeitig Reaktion auf ihre Identität als Zwillingsschwestern sowie auf gesellschaftliche Stereotype, die sie als ein einziges Wesen erscheinen lassen.

Vor der Retrospektive L.A. Raeven - Ideal Individuals im Casino Luxembourg, der bis dato umfassendsten Werkschau von L.A. Raeven, waren dem Künstlerduo bereits monografische Ausstellungen im Museum of Modern Art in Arnheim (2010) und im Museum of Contemporary Art in Belgrad (2011) gewidmet.

Read more
Partner

Die Ausstellung wurde durch die großzügige Unterstützung der Mondriaan Stichting möglich.
In Zusammenarbeit mit Lycée technique hôtelier Alexis Heck, Diekirch und Lycée Technique de Bonnevoie.

Bilder

L.A. Raeven, Ideal Individuals, vue de l'exposition. © David Laurent.

L.A. Raeven, Liesbeth & Angelique Raeven © David Laurent

L.A. Raeven, Mindless Living, 2005. Vidéo sur écran intégré  à un fauteuil. Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam. © Andres Lejona.

L.A. Raeven, This is not me, 2012. Installation in situ, mannequin. Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam. © Andres Lejona.

L.A. Raeven - Ideal Individuals, vue de l'exposition. © Andres Lejona.

L.A. Raeven, Wild Zone 1, 2001. Vidéo en double projection. Collection MMK, Amsterdam. © Andres Lejona.